Verpackung und Lebensmittelkontaktmaterialien sicher steuern
Mit der Verfahrensanweisung Verpackung Lebensmittelkontaktmaterialien regeln Sie die Auswahl, Prüfung, Freigabe, Lagerung und Handhabung von Verpackungsmaterialien systematisch und nachvollziehbar. Die VA-4-09 verbindet die Anforderungen aus IFS Food Version 8 mit der Bewertung der tatsächlichen Eignung einer Verpackung für das jeweilige Lebensmittel und dessen vorgesehene Verwendung.
Denn eine vorhandene Konformitätserklärung allein beantwortet noch nicht die entscheidende Frage: Ist das Verpackungsmaterial tatsächlich für das konkrete Produkt, dessen Eigenschaften sowie die vorgesehenen Temperatur-, Lager- und Kontaktbedingungen geeignet? Genau diese Verbindung zwischen Dokumentenprüfung und praktischer Eignungsbewertung bildet die Vorlage ab.
Ihre Vorteile mit der Verfahrensanweisung Verpackung
- Auf IFS Food Version 8 ausgerichtet: Berücksichtigt die Anforderungen an Verpackungsmaterialien aus Kapitel 4.5 sowie die relevanten Grundlagen für Lebensmittelkontaktmaterialien.
- Strukturierte Eignungsprüfung: Verbindet Konformitätserklärung, Migration, Produkteigenschaften, Temperatur, Kontaktdauer, Barriereeigenschaften und praktische Erprobung.
- Typische Auditrisiken reduzieren: Verhindert, dass Konformitätserklärungen lediglich abgelegt werden, ohne ihre tatsächliche Eignung für Produkt und Verwendungszweck zu bewerten.
- Direkt einsetzbar: Sofort-Download im MS Word Format, 100 % frei editierbar und ohne Abo-Zwang.
Lebensmittelkontaktmaterialien im IFS Food Audit
Bei Verpackungsmaterialien ist nicht nur entscheidend, ob ein Lieferant eine Konformitätserklärung bereitgestellt hat. Relevant ist auch, ob die darin genannten Bedingungen mit der tatsächlichen betrieblichen Verwendung übereinstimmen.
Bei der Bewertung können beispielsweise Fett- oder Säuregehalt des Lebensmittels, Temperatur, Kontaktdauer und eine vorgesehene Erhitzung in der Verpackung eine wesentliche Rolle spielen. Eine allgemein formulierte Eignung für „Lebensmittelkontakt“ ist deshalb nicht automatisch für jede konkrete Anwendung ausreichend.
Die VA-4-09 schafft hierfür einen nachvollziehbaren Freigabeprozess und verbindet Einkauf, Qualitätsmanagement, Produktentwicklung, Produktion und Lager miteinander.
Inhalte der Verfahrensanweisung Verpackung Lebensmittelkontaktmaterialien
Konformitätserklärungen und Eignungsnachweise prüfen
Für relevante Verpackungsmaterialien werden die erforderlichen Konformitäts- beziehungsweise Eignungsnachweise eingeholt und dokumentiert. Die Vorlage beschränkt sich dabei nicht auf die formale Verfügbarkeit der Dokumente, sondern sieht eine Prüfung auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Einsatzzweck vor.
Besteht für ein Material keine spezifische Verpflichtung zu einer Konformitätserklärung, kann die Eignung durch andere geeignete Nachweise belegt werden. Dadurch lässt sich die Systematik auf unterschiedliche Verpackungsarten und Einsatzbedingungen übertragen.
Neue Verpackungsmaterialien prüfen und freigeben
Für neue Verpackungen beschreibt die VA einen strukturierten Freigabeprozess: Konformitätsunterlagen werden beim Lieferanten angefordert und geprüft, die Kompatibilität mit dem konkreten Produkt bewertet und – soweit erforderlich – durch geeignete praktische Prüfungen ergänzt.
Je nach Produkt und Verpackung können beispielsweise Migrationsergebnisse, Barriereeigenschaften, Lager- und Haltbarkeitstests oder organoleptische Prüfungen in die Eignungsbewertung einbezogen werden. Erst anschließend erfolgt die dokumentierte Freigabe für den Serieneinsatz.
Verpackung und Lebensmittel gemeinsam bewerten
Die Eignung wird nicht abstrakt für ein Verpackungsmaterial festgestellt, sondern in Verbindung mit dem tatsächlichen Produkt und dessen Verwendungsbedingungen betrachtet. Fett-, säure- oder alkoholhaltige Lebensmittel können beispielsweise andere Anforderungen an die Migrationsbeständigkeit stellen als trockene Produkte.
Auch Tiefkühlung, Erhitzung in der Verpackung und die vorgesehene Kontaktdauer können berücksichtigt werden. Bei Verpackungen für eine Erwärmung im Originalgebinde wird gezielt geprüft, ob die zugrunde liegenden Nachweise die vorgesehenen Temperatur- und Zeitbedingungen tatsächlich abdecken.
Verpackungsspezifikationen und Lieferanten einbinden
Für Verpackungsmaterialien mit Einfluss auf Produktsicherheit, Produktqualität oder Legalität können relevante Schlüsselparameter in Verpackungsspezifikationen festgelegt werden. Dazu gehören abhängig von Material und Risiko beispielsweise Materialaufbau, Abmessungen, physikalische Eigenschaften, Temperatur- und Kontaktbedingungen, Barriereeigenschaften und Produkteignung.
Gleichzeitig wird die Beschaffung mit dem Lieferantenmanagement verknüpft. Bei der Risikoeinstufung kann berücksichtigt werden, ob ein Material direkten Lebensmittelkontakt besitzt und ob aufgrund seiner Eigenschaften besondere Migrationsrisiken bestehen.
Änderungen an Verpackungsmaterialien kontrolliert freigeben
Auch eine bereits freigegebene Verpackung bleibt nicht automatisch dauerhaft geeignet. Änderungen an Materialstärke, Beschichtung oder Lieferant können Einfluss auf die ursprüngliche Konformitäts- und Eignungsbewertung haben.
Die VA-4-09 bindet solche Änderungen deshalb an das Änderungsmanagement. Abhängig von der Änderung werden Konformitätsunterlagen erneut geprüft und erforderlichenfalls die Kompatibilität zwischen Verpackung und Produkt neu bewertet, bevor das geänderte Material im Serieneinsatz verwendet wird.
Lagerung, Bedruckung und Verpackungsfehler beherrschen
Die Vorlage berücksichtigt auch die praktische Handhabung von Verpackungsmaterialien. Vorgesehen sind eine saubere und trockene Lagerung, Schutz vor Chemikalien und stark riechenden Stoffen sowie der geeignete Umgang mit geöffneten Verpackungsgebinden.
Bei bedruckten Verpackungen wird zusätzlich die materialbezogene Eignung von Druckfarben und Klebstoffen berücksichtigt. Werden Verpackungsfehler, auffällige Siegelnähte, Materialfehler oder Hinweise auf Migrationsprobleme festgestellt, wird die betroffene Ware über das Nichtkonformitätsmanagement bewertet.
Rückverfolgbarkeit von Verpackungschargen sicherstellen
Die Verfahrensanweisung berücksichtigt nicht nur die Freigabe einer Verpackung, sondern auch deren spätere Zuordnung im Produktionsprozess. Eingesetzte Verpackungschargen werden mit den entsprechenden Produktchargen verknüpft.
Dadurch kann bei einem nachträglich festgestellten Verpackungsproblem nachvollzogen werden, welche Produktchargen tatsächlich betroffen sind. Dies unterstützt eine gezielte Eingrenzung, anstatt vorsorglich nicht betroffene Bestände in Maßnahmen einzubeziehen.
Einbindung in das IFS Food Managementsystem
Die VA-4-09 ist mit weiteren Prozessen des Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsmanagementsystems verknüpft. Damit werden Verpackungsfreigabe, Lieferantensteuerung, Spezifikationen und Änderungen nicht als voneinander getrennte Prozesse behandelt.
- FB-4-06 – Konformitätserklärung / Migrationsprüfung Verpackung
- VA-4-17 – Lieferanten- und Rohstoffmanagement
- VA-4-15 – Kennzeichnung & Spezifikationsmanagement
- VA-4-01 – Produktentwicklung & Rezepturfreigabe
- VA-4-18 – Änderungsmanagement (Management of Change)
- VA-5-03 – Nichtkonformitätsmanagement
Technische Daten und Lieferumfang
- Dokument: Verfahrensanweisung VA-4-09 – Verpackung & Lebensmittelkontaktmaterialien
- Format: Microsoft Word (.docx), vollständig frei editierbar und an eigene Produkte, Verpackungsmaterialien und betriebliche Abläufe anpassbar
- Umfang: 7 Seiten mit Prozessstammblatt, Konformitäts- und Eignungsprüfung, Verpackungsfreigabe, Lieferantensteuerung, Änderungsmanagement, Rückverfolgbarkeit und Kurzcheckliste
- Einsatzbereich: Qualitätsmanagement, Lebensmittelsicherheitsmanagement, Einkauf, Produktentwicklung, Produktion und Lager in Lebensmittelunternehmen



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