Kalibrierung von Mess- und Prüfmitteln nach IFS Food sicher steuern
Mit der Verfahrensanweisung Kalibrierung Messmittel IFS Food regeln Sie die Identifikation, Kalibrierung, Kennzeichnung und Überwachung relevanter Mess- und Prüfmittel systematisch und nachvollziehbar. Die VA-5-10 unterstützt Unternehmen dabei, sicherheits- und qualitätsrelevante Messgeräte kontrolliert zu verwalten und die Verlässlichkeit der damit gewonnenen Messergebnisse nachzuweisen.
Ob Temperaturmessung im Wareneingang, Waage für Rezepturen, pH-Messgerät oder Messgerät zur CCP-Überwachung: Werden Entscheidungen über Produktsicherheit oder Produktqualität auf Messwerte gestützt, muss die Eignung der verwendeten Messmittel sichergestellt sein. Die Vorlage schafft hierfür einen durchgängigen Prozess von der erstmaligen Einstufung bis zum Umgang mit festgestellten Messabweichungen.
Ihre Vorteile mit der Verfahrensanweisung Kalibrierung
- Auf IFS Food Version 8 ausgerichtet: Berücksichtigt die Anforderungen an Mess-, Überwachungs- und Prüfmittel aus Kapitel 5.4 und ergänzt diese um eine praxisgerechte betriebliche Systematik.
- Risikobasierte Kalibrierung: Kalibrierintervalle, Methoden und Prüfpunkte werden anhand von Verwendung, Kritikalität, Herstellerangaben, bisherigen Ergebnissen und gegebenenfalls gesetzlichen Anforderungen festgelegt.
- Typische Auditrisiken reduzieren: Regelt nicht nur Kalibriertermine, sondern auch Kennzeichnung, Rückführbarkeit, überschrittene Fristen, Abweichungen und die rückwirkende Bewertung möglicherweise fehlerhafter Messergebnisse.
- Direkt einsetzbar: Sofort-Download im MS Word Format, 100 % frei editierbar und ohne Abo-Zwang.
Kalibrierung von Messmitteln im IFS Food Audit
Im Audit reicht es nicht aus, lediglich Kalibrierzertifikate oder eine Liste vorhandener Messgeräte vorzulegen. Entscheidend ist, ob das Unternehmen seine tatsächlich relevanten Mess- und Prüfmittel identifiziert hat und nachvollziehbar festgelegt ist, wie deren Eignung und Messgenauigkeit sichergestellt werden.
Besonders kritisch wird es, wenn ein Gerät außerhalb seiner zulässigen Toleranz liegt. Dann stellt sich nicht nur die Frage, was mit dem Messgerät geschieht, sondern auch, ob frühere Messungen und darauf basierende Entscheidungen weiterhin verlässlich sind. Dies kann beispielsweise Produktfreigaben, Wareneingangskontrollen oder die Überwachung eines CCP betreffen.
Die VA-5-10 berücksichtigt deshalb den gesamten Lebenszyklus eines relevanten Messmittels und verbindet Kalibrierplanung, Gerätestatus, Abweichungsmanagement und retrospektive Bewertung in einem nachvollziehbaren Verfahren.
Inhalte der Verfahrensanweisung Kalibrierung Messmittel IFS Food
Kalibrierpflichtige Mess- und Prüfmittel identifizieren
Nicht jedes im Unternehmen vorhandene Messgerät muss automatisch in gleicher Weise kalibriert werden. Die Vorlage stellt deshalb auf die tatsächliche Verwendung des Geräts ab: Entscheidend ist, ob sein Messergebnis eine sicherheits- oder qualitätsrelevante Entscheidung beeinflusst.
Damit lässt sich beispielsweise unterscheiden, ob ein Thermometer für eine entscheidungsrelevante Prozess- oder Produktmessung verwendet wird oder lediglich einer orientierenden Anzeige dient. Neue relevante Mess- und Prüfmittel werden vor ihrer erstmaligen Verwendung bewertet und in das Kalibrierregister aufgenommen.
Kalibrierregister und Gerätestatus nachvollziehbar führen
Das zugehörige Kalibrierplan/-register XL-5-05 dient als zentrales Verzeichnis der kalibrierpflichtigen Mess- und Prüfmittel. Erfasst werden unter anderem Gerätekennung, Standort, Kalibrierintervall, letzte und nächste Kalibrierung sowie der aktuelle Status.
Zusätzlich sieht die Verfahrensanweisung eine eindeutige Kennzeichnung des Kalibrierstatus am Gerät vor. Ist die Kennzeichnung nicht lesbar oder fehlt sie, wird das Gerät bis zur Klärung seines Status nicht für relevante Messungen verwendet.
Kalibrierintervalle und Methoden risikobasiert festlegen
Kalibrierintervalle werden nicht pauschal für sämtliche Geräte vorgegeben. Die VA berücksichtigt unter anderem Herstellerempfehlungen, Nutzungsintensität, Kritikalität der Messung, gesetzliche Anforderungen und bisherige Kalibrierergebnisse.
Auch Prüf- und Kalibriermethode, Mess- beziehungsweise Einsatzbereich sowie zulässige Toleranzen oder Akzeptanzkriterien werden für die relevanten Geräte festgelegt. Die gewählten Prüfpunkte sollen dabei zur tatsächlichen Verwendung und zu den relevanten Prozessparametern passen.
Interne und externe Kalibrierung nachvollziehbar organisieren
Abhängig vom Gerätetyp kann die Kalibrierung intern gegen ein geeignetes Referenznormal oder durch einen externen Kalibrierdienstleister erfolgen. Bei internen Kalibrierungen berücksichtigt die VA die erforderliche Rückführbarkeit des verwendeten Referenznormals.
Bei externer Vergabe werden geeignete Kalibrierdienstleister eingebunden. Die Vorlage berücksichtigt dabei auch DIN EN ISO/IEC 17025 als Grundlage für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien.
Zwischenzeitliche Funktionsprüfungen berücksichtigen
Bei Messgeräten mit hoher Sicherheitsrelevanz können zwischen den eigentlichen Kalibrierterminen zusätzliche Funktionsprüfungen vorgesehen werden. Damit lassen sich auffällige Veränderungen oder eine mögliche Drift erkennen, bevor der nächste reguläre Kalibriertermin erreicht ist.
Solche Prüfungen ersetzen die vorgesehene Kalibrierung nicht, können aber als zusätzliche Überwachungsebene in das betriebliche Messmittelmanagement integriert werden.
Abweichende Messmittel und fehlerhafte Messergebnisse beherrschen
Wird festgestellt, dass ein Mess- oder Prüfmittel außerhalb der festgelegten Toleranz liegt oder nicht mehr für seinen vorgesehenen Zweck geeignet ist, regelt die VA dessen weitere Behandlung. Das betreffende Gerät wird aus dem relevanten Einsatz genommen und abhängig von der Situation repariert, justiert oder ersetzt.
Damit endet die Bearbeitung jedoch nicht. Zusätzlich wird bewertet, ob Prozesse, Produktentscheidungen oder bereits hergestellte Produkte von der festgestellten Abweichung betroffen sein könnten.
Retrospektive Bewertung bei Kalibrierabweichungen
Die rückwirkende Bewertung ist ein wesentlicher Bestandteil der VA-5-10. Wird ein Gerät außerhalb seiner zulässigen Toleranz vorgefunden, wird untersucht, welche relevanten Entscheidungen während des möglicherweise betroffenen Zeitraums auf dessen Messergebnissen beruhten.
Zur Eingrenzung des Betrachtungszeitraums können vorherige Kalibrierungen, Funktionsprüfungen, Vergleichsmessungen und weitere geeignete Nachweise herangezogen werden. Kann der Beginn einer Fehlfunktion nicht ausreichend eingegrenzt werden, sieht die Vorlage eine entsprechend vorsichtige Festlegung des zu bewertenden Zeitraums vor.
Einbindung in das IFS Food Managementsystem
Die VA-5-10 ist mit weiteren Prozessen des Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsmanagementsystems verknüpft. Dadurch können Kalibrierabweichungen unmittelbar mit den Prozessen verbunden werden, in denen die jeweiligen Messergebnisse verwendet wurden.
- XL-5-05 – Kalibrierplan / -register
- VA-4-18 – Änderungsmanagement (Management of Change)
- VA-5-03 – Nichtkonformitätsmanagement
- VA-2-04 – HACCP-Verfahren
- VA-4-02 – Wareneingangskontrolle
- VA-4-03 – Reinigung & Desinfektion (risikobasiert)
Technische Daten und Lieferumfang
- Dokument: Verfahrensanweisung VA-5-10 – Kalibrierung von Mess- & Prüfmitteln
- Format: Microsoft Word (.docx), vollständig frei editierbar und an eigene Messmittel, Zuständigkeiten und betriebliche Abläufe anpassbar
- Umfang: 8 Seiten mit Prozessstammblatt, Messmittelklassifizierung, Kalibrierregister, risikobasierten Intervallen, interner und externer Kalibrierung, Funktionsprüfungen, Abweichungsmanagement und Kurzcheckliste
- Einsatzbereich: Qualitätsmanagement, Lebensmittelsicherheitsmanagement, Qualitätskontrolle, Instandhaltung und Produktion in Lebensmittelunternehmen



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